Die Nacht von Lissabon

Link zum Maxim Gorki Theater
Nach dem Roman von Erich Maria Remarque
In einer Bühnenfassung von Hakan Savaş Mican

mit Anastasia Gubareva und Dimitrij Schaad

Regie und Bühne: Hakan Savaş Mican
Musikalische Leitung und Komposition: Jörg Gollasch
Livemusik: Lukas Fröhlich, Peer Neumann, Wassim Mukdad, Michael Glucksmann
Video: Benjamin Krieg
Mitarbeit Video: Phillip Hohenwarter
Kostüme: Miriam Marto
Dramaturgie: Irina Szodruch
Licht: Gregor Roth
Beratung Bühne: Alissa Kolbusch

»Es gibt keine Rückkehr aus dem Exil. Wir sind eine Emigrantengeneration – ob wir weggegangen oder zu Hause geblieben sind. Die Füße der einen trugen sie aus Deutschland hinaus, unter den Füßen der anderen ist Deutschland weggegangen.«
Erich Maria Remarque, 1968

Der Hafen von Lissabon war der Ort, an dem sich für viele Exilant*innen die Möglichkeit einer Flucht aus dem faschistischen Europa verband. Von hier gingen die Schiffe in die USA, für die meisten war die Schwelle zur Freiheit – ein Ticket und ein Visum – eine unüberwindliche. Die Nacht von Lissabon ist der Bericht von Helen und Josef und ihrer verzweifelten Liebe auf der Flucht durch Europa. Hakan Savaş Micans Überschreibung folgt Remarques Erzählung auf einer heutigen Reise von Osnabrück über Zürich und Paris bis nach Lissabon. Mican sprengt die geographischen und zeitlichen Grenzen und verwebt sein persönliches Reisetagebuch mit der Geschichte des Buches. In das Schicksal des Paares spiegelt er das Ringen um Verortungen von Arbeitsmigrant*innen und die nicht geschriebenen Biografien der namenlosen Toten in den Fluten des Mittelmeers. Damals wie heute lässt der rettende Hafen Menschen auf der Flucht zu Schmuggler*innen ihres eigenen Überlebens werden. Wie kann eine sich selbst als »frei« bezeichnende Gesellschaft funktionieren, wenn das Leben nur so viel gilt, wie der Stempel in deinem Pass? Mit Remarque geht Mican der Frage der Zugehörigkeit auf einem Kontinent nach, der sich als kulturelle und geographische Festung neu zu definieren versucht. Er erzählt aber auch von der Hoffnung, vom Wunder der Liebe und von der Möglichkeit der Solidarität. Zusammen mit dem Videokünstler Benjamin Krieg ist Mican auf den Spuren Remarques durch Europa gereist und zeichnet mit Dimitrij Schaad, Anastasia Gubareva und einer vierköpfigen Live-Band ein Zeit und Raum ausmessendes Bild von Aufbruch und Nie-Ankommen.

Die Premiere ist am 11. Januar 2019 im Maxim Gorki Theater

 

Quelle: Maxim Gorki Theater

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